5 Dinge, auf die du bei der Wahl deiner Yogalehrerin achten kannst
Kennst du das Gefühl, wenn du so richtig entspannt aus einer Yogastunde kommst und dich rundum wohl und entspannt fühlst? Vielleicht hast du innerlich das Gefühl, das alles für dich stimmig und “abgerundet” war und du gerne wiederkommst. Dieses wohlige Gefühl entsteht meistens nicht nur aus einer gut abgestimmten Yogapraxis mit einem schönen Flow, sondern auch aus der Verbindung zwischen der Yogalehrerin und dir.
Die Verbindung zwischen dir und deiner Yogalehrerin ist mindestens genau so wichtig, wie die eigentliche Yogapraxis auf der Matte. Denn neben diesen wunderschönen und stimmigen Yogastunden gibt es auch solche, die dich vielleicht frustriert und angespannt zurücklassen und du diesen Kurs vielleicht nicht mehr besuchen möchtest. Und das kann eben nicht nur an der Wahl der Asanas oder der Intensität der Yogaklasse liegen, sondern auch an der mangelnden Verbindung zu deiner Yogalehrerin.
Ich habe dir aus meiner Praxiserfahrung heute 5 Impulse/Fragen mitgebracht, die dich bei der Wahl deiner Yogalehrerin unterstützen. Wie immer gilt: Nimm dir aus diesem Blogartikel nur das mit, was du brauchst und was sich für dich stimmig anfühlt :-)
Fühlst du dich gesehen und willkommen?
Als Yogalehrerinnen ist es unsere “Aufgabe”, dass du dich in deiner Praxis gesehen und willkommen fühlst. Es gehört dazu, dass wir für dich einen sicheren Raum kreieren, in dem du du selbst sein kannst. Mit allem, was du mitbringst. Und das beginnt nicht erst auf deiner Yogamatte, sondern bereits vor der Stunde. Fühlst du dich beim Ankommen wahrgenommen? Wirst du begrüßt? Vielleicht ein kurzes “Wie geht es dir heute?” oder das ehrliche Bemühen, deinen Namen zu kennen? Diese kleinen Momente schaffen Sicherheit und sind genau die richtige Basis dafür, dass du dich in deiner Praxis öffnen kannst.
2. Ist es deine Praxis oder die der Yogalehrerin?
Dieser Aspekt ist ein wirklicher Hot Take im Yoga und ziemlich kontrovers ;-) Eine Yogastunde ist ein Raum für dich. Es geht darum, dass du mit deiner Aufmerksamkeit nach innen kehrst und auf deiner Yogamatte präsent bist. Und gar nicht so selten erlebe ich in Yogaklassen, die ich selbst besuche, Yogalehrerinnen, die die gesamte Stunde mitfließen und die Zeit auf ihrer eigenen Yogamatte verbringen und alles vormachen. Don’t get me wrong: Es geht nicht darum, einen Übergang oder eine Yogahaltung zu zeigen und dabei zu veranschaulichen, was wichtig ist! Es geht darum, ob du dich gehalten fühlst. Und dieses Gefühl entsteht, wenn deine Yogalehrerin wirklich präsent ist Raum ist, beobachtet und dir assistiert. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es verschiedene Typen in Yogaklassen gibt: Die einen Yogis brauchen eine visuelle Vorstellung von den Yogahaltungen und verarbeiten eben auch verstärkt visuell, während die anderen Yogis eher auditiv, also über das Hören verarbeiten. Ich finde es wichtig, beide Typen abzuholen, dabei aber mehr den Fokus auf die verbale Anleitung zu richten. Warum? Weil du dann deine ganz eigene Form aus meiner Anleitung herausfiltern kannst und du den Blick weiterhin nach Innen gerichtet halten kannst. Natürlich spricht nichts dagegen, mal nach rechts und links zu spinksen, um zu sehen, was deine Nachbarin macht ;-).
Meine eigenen Vinyasa Yogaklassen, die ich in wundervollen Studios in Köln und Umgebung unterrichte, leben von einer starken Präsenz im Raum und sanften Hands-on Assists, die dich sanft in deine Yogahaltung begleiten. Und auch für mich war das Übungssache. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine ersten Yogastunden als Yogalehrerin, bei denen ich viel Zeit auf der Yogamatte verbracht habe. Oftmals aus Unsicherheit und zu wenig Erfahrung. Aber nach und nach habe ich mich von der Yogamatte herunterbewegt und leite mittlerweile fast nur noch im Raum selbst an.
Spüre hier nach deiner Stunde ehrlich in dich hinein, was du brauchst und was sich für dich richtig anfühlt :-) Das ist es, worum es geht!
3. Wird dir Freiheit statt Perfektion vermittelt?
Auch, wenn Yoga in der westlichen Welt oft mit der physischen Yogapraxis verbunden wird, ist es kein Wettbewerb und keine Performance. Vielleicht hast du schon die perfekten und kompliziertesten Yogahaltungen auf Instagram gesehen und möchtest genau das auch erreichen. Dagegen spricht auch erst einmal gar nichts. Aber manche Haltungen sind aus rein anatomischen Gründen nicht für jeden möglich und jeder Yogi kommt mit anderen Voraussetzungen. Als Yogalehrerin ist und sollte es unser Ansinnen, dich immer wieder einzuladen, dich von ungesunden Ansprüchen loszulösen, dir Variationen anzubieten und dich liebevoll darauf hinzuweisen, dass eine Pause während des Flows immer eine gute Wahl ist :-)
In meinen Yogastunden baue ich immer mal wieder kurze Learning Sequenzen (z.B. wie sieht ein körperlich gesund ausgeführtes Chaturanga oder ein korrekter Herabschauender Hund aus) ein, damit du deine Yogahaltungen und den Vinyasa Flow nicht perfekt, sondern sicher und verbunden ausführen kannst. Dein Körper wird’s dir danken! ;-)
4. Spürst du Authentizität statt Rollen?
Manche Yogastunden fühlen sich technisch gut an, aber leer. Andere Stunden berühren etwas in dir, weil deine Yogalehrerin vielleicht aus eigenen Erfahrungen spricht, aus dem Leben und aus echter Praxis. Nicht jede Yogastunde muss ein Yogaphilosophisches Thema behandeln, aber kann dann z.B. Impulsfragen oder Zitate enthalten, die zum Reflektieren anregen. Eine authentische Yogastunde entsteht, wenn deine Yogalehrerin Yoga nicht nur unterrichtet, sondern lebt. Und das spürbar, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Yogalehrerin sein ist für mich persönlich keine Rolle, die ich einnehme, sondern ein großer Teil meines Lebens. In meinen Yogaklassen bin ich nicht Rebecca- die Yogalehrerin, sondern Rebecca - der Mensch. Mit Sorgen, Ängsten und Momenten der Traurigkeit. Durch inspierierende Fragen oder kurzen Anekdoten aus dem eigenen Leben kannst du vor allem eines erleben: Verbindung. Das Gefühl, nicht alleine zu sein. Und das ist es, was Yoga so kraftvoll macht. Gemeinschaft.
5. Nimmst du etwas über die Mitte hinaus mit in dein Leben?
Ich bin mittlerweile fest davon überzeugt: Aus jeder stimmigen Yogastunde kannst du etwas für deinen Alltag mitnehmen. Und sie endet nicht mit Savasana. Ganz konkret bedeutet das: Eine Yogalehrerin verbindet die Praxis mit dem echten Leben. Sie gibt dir vielleicht einen Gedanken, ein Bild oder eine kleine Einladung mit. Etwas, das dich im Alltag begleitet. Es geht dabei nicht um große Lebensweisheiten, sondern um eine feine, ehrliche Verbindung zwischen Yogamatte und Alltag. Eine gute Yogalehrerin schafft genau diesen Raum: Sie unterrichtet nicht nur Bewegungen, sondern lädt dich ein, Yoga als Haltung dem Leben gegenüber zu erfahren.
Ein liebevoller Hinweis zum Schluss: Diese Punkte sind keine Checkliste und keine Ausschlusskriterien.
Das hier ist nicht die eine Wahrheit, sondern meine Erfahrung. Nimm dir daraus, was dich unterstützt und lass das andere gerne ziehen <3
Am Ende gilt: Yoga ist etwas zutiefst Persönliches. Was sich für dich stimmig anfühlt, entscheidet alleine dein eigenes Empfinden, die Verbindung, die du zur Lehrerin spürst und das Gefühl, das du aus der Stunde mitnimmst.
Namasté
Deine Rebecca

